Zuletzt aktualisiert am 18.04.2022 von Torsten
Pool Salzanlage einbauen – so funktionierts?
- Sie kleben die Zelle der Salzanlage DRUCKSEITIG also nach der Filteranlage in die PVC Leitung
- Bypass mit 3 Kugelhähnen wird empfohlen ist aber erst ab 15m³ Pumpenleistung erforderlich
- Wir empfehlen den Einbau der Zelle im höchsten Punkt – siehe Anleitung
- DA63 und DA50 Verrohrung möglich – beim Einkleben der Reduktion bitte aufpassen!
- Sie geben das Salz DIREKT in den Pool – es löst sich auf.. je nach Spezifikation ca. 15 – 20 kg pro 10m³ (siehe dazu Salz-Online-Kalkulator)
(alternativ können sie das Salz auch in den Skimmer langsam rieseln lassen wenn die Pumpe eingeschalten ist – es verteilt sich dadurch schneller) - Nach 24h und wenn das Wasser wärmer ist wie 15 Grad versorgen sie die Zelle mit Strom und stellen die Produktionsleistung der Elektrolyse ein.. FERTIG!
WICHTIGE INFOS!
- UNTER 15 Grad Wassertemperatur die Salzanlage NIEMALS EINSCHALTEN!
(Ohne Strom darf das Poolwasser natürlich durch die Zelle laufen) - BYPASS kann man einbauen – nur bei Poolpumpen ab 15m³ ist dieser erforderlich
ACHTUNG! BYPASS NIEMALS ZUDREHEN und die Pumpe einschalten – das Zellengehäuse zerplatzt aufgrund der Gasproduktion!
ELEKTRISCH Versorgt man die Salzanlage mit der gleichen Zeituhr wie die Poolpumpe – so stellt man sicher dass Poolpumpe und Salzanlage immer gleichzeitig einschalten!
Anschluss der Elektrolysezelle
GANZ WICHTIG! Da passieren leider viele Fehler!
Prüfen sie ganz genau die Farben der Kabel und die dazugehörenden Muttern!
LOW SALT / TEST SALT ständig ?? – wenn sie die Kabel vertauscht haben dann bekommen Sie nur diese Fehlermeldung!
EGAL wieviel Salz sie in den Pool geben.. sind die Anschlüsse der Kabel FALSCH wird die Anlage noch mehr fordern! Bitte prüfen!
Bitte führen Sie die Anschlüsse wie im Schema abgebildet durch:
Verklebung der Reduktionen
Sowohl die Außenseite der Reduktion als auch die Innenseite des Gehäuses gut mittels PVC- Reiniger reinigen. Den PVC Kleber auf beiden Seiten satt auftragen. Die Reduktion in das Gehäuse schieben. Die Reduktion wenigstens 3 Stunden aushärten lassen. Danach kann die weitere Verklebung fortgesetzt werden. Die Druckbelastung darf erst nach 24h erfolgen!
TIP aus der PRAXIS! Kleben sie die Reduktionen zuerst auf das Rohr und dann kleben sie erst diese in das Zellengehäuse ein! Nicht beim Kleber sparen! Gut Reinigen! Aushärten lassen!
Maximaldruck der Elektrolysezelle – GEFAHRENHINWEIS
Mehr als 1bar Überdruck ist in der Elektrolysezelle nicht zulässig.
Sonst bauen sie einen Bypass mit 3 Kugelhähnen ein und sie sind auf der sicheren Seite!
Bitte dimensionieren Sie daher ihre Druckleitungen entsprechend und sorgen Sie für eine ausreichende Anzahl an Düsen mit passendem Durchmesser. Der mittlere Kugelhahn in Abb. 5 der Betriebsanleitung soll so weit geöffnet sein, dass mindestens die angegebene Mindestmenge in m3/h (siehe Seite 2 der Betriebsanleitung) durch die Elektrolysezelle fließt.
-> BYPASS WICHTIG! ABER… die Kugelhähne NIEMALS schliessen und die Salzanlage einschalten – ZELLENGEHÄUSE EXPOLDIERT!!!
Die beiden seitlichen Kugelhähne des Bypasses in Abb. 5 der Betriebsanleitung dürfen während des Betriebs NIE geschlossen werden oder sein. Ist die Salzanlage in Betrieb, wenn die beiden Kugelhähne geschlossen sind, so baut sich ein Überdruck auf, der das Zellengehäuse und Zelle beschädigen kann! Hier besteht Gefahr, daher niemals die Kugelhähne schließen und die Salzanlage in Betrieb setzen!
Bedienung Salt Manager
Wie gesagt schalten wir diesen elektrisch über die gleiche Filtersteuerung bzw. Steckdose der Poolpumpe ein.
Zu Beginn testet das Gerät ob genügend Salz im Wasser ist!
Entweder man rechnet im Kopf selber aus wieviel Salz man benötigt oder man macht das mittels Teststreifen.
man benötigt bei dieser Anlage(min.) 15kg Salz auf 10m3 Wasser!
zB. ihr Pool hat 40m³ .. dann benötigen sie 4*15 = 60 kg Salz
Welches Salz? -> Gewerbe bzw. Siedesalz vom Baumarkt, aber NICHT JODIERT.
Brauche ich Meersalz? -> Nein, kostet nur extra und.. jedes Salz war vor tausenden von Jahren usprünglich im Meer
Im Regelfall hat man immer einen Sack Reserve zuhause – durch das Rückspülen bzw. Frischwasserzufuhr verdünnt man ja das Poolwasser und irgendwann muss man wieder Salz zugeben!
Der Salt Manager zeigt einem aber an wenn man zuwenig Salzgehalt hat. Wenn man zuwenig hat kann man auch keine höheren Produktionsstufen einstellen.
Produktionsstufe? Wie berechne ich welche Leistung ich einstellen soll?
Bei einer Salzanlage wird aus dem Salz im Poolwasser mittels Elektrolyse ein freies kaum messbares Chlor erzeugt. NaCL = Salz .. wird mit Strom gespalten mitten in der Zelle. Darum bildet sich auch in der Zelle ein weisser Schleier mit Luftbläschen.. das ist das Zeichen für die Chlorproduktion welches unseren Pool letzenendes desinfiziert.
Entstehen Bläschen in der Zelle dann ist es ein Zeichen dass die Salzanlage produziert und die Zelle funktioniert!
(Durch Umpolen = Selbstreinigung löst sich von Zeit zu Zeit.. REVERSE.. der Belag von der Zelle PLUS/MINUS.. und landet im Pool und löst sich auf)
Die richtige Einstellung der Produktion / Leistung in % richtet sich nach mehreren Faktoren.. man berücksichtigt ob das Wasser warm ist, ob der Pool abgedeckt ist oder ob viel Badebetrieb ist.
- Grundlegend kann man aber sagen wir kennen unser Poolvolumen – in unserem Fall zB. 40 m³
- Aus den Angaben zur Salzanlage entnehmen wir dass der Salt Manager für bis zu 80 m³ ausgelegt ist
- Diese Angaben gehen zumeist bei einer Betriebszeit von 6-8 Stunden pro Tag aus bei mittelwarmen Wasser – 25 Grad
- Wir stellen also im Frühling unsere Salzanlage bei einer Laufzeit von 6 Stunden auf 40% ein !
- Wir erhöhen diese Laufzeit und/oder Leistungsstufe nur dann wenn das Wasser wesentlich wärmer wird… zB. auf 8 h Laufzeit und/oder auf 60% Produktion
- Wir erhöhen die Produktion auch dann, wenn wir 1. optisch vom Wasser den Eindruck haben dass es leicht grün oder trüb ist oder 2. auch wenn die Poolwände glitschig sind
- Wir reduzieren die Produktion wenn wir unseren Pool eigentlich immer abdecken und somit ein hoher Chlorgeruch entsteht.. aber das ist nur zu Beginn beim Öffnender Abdeckung.
Eine Frage taucht immer wieder auf – wie kann ich den Chlorgehalt messen den die Salzanlage produziert?
- Fast gar nicht… weil das freie Chlor schnell wieder entweicht und sich zu NaCL also Salz retour bildet
- Nur zu Beginn wenn ein Pool abgedeckt ist und viel Chlor produziert wurde ist dieses messbar
- Nach dem Öffnen der Abdeckung entweicht der Chlorgeruch schnell
Zum direkt Messen mit DPD Tabletten müsste den bei uns erhältlichen Chlorstabiliator hinzugeben – dann stabilisiert sich das Chlor und wäre messbar! Nur wollen wir das? Wieder Chemie dazu geben.. die meisten Kunden machen das eigentlich nicht und finden je nach Erfahrung die besten Einstellungen für ihr System.
Wie gesagt – die Grundlagen der Berechnung berücksichtigen und dann nach Erfahrungswerten einstellen… Chlorgeruch, Grün, Trüb, Glitschige Wände… dann hoch oder runterschalten bis es passt. Nächstes Jahr passt es dann genau so wieder. Ist dann meistens ein Selbstläufer…
Wie mache ich eine Stosschlorung?
- Jetzt ist es leider trotzdem passiert und wir hatten zB. einen Stromausfall.. Wasser ist grün
- Eine Stosschlorung funktioniert ähnlich indem man die Poolpumpe 24h laufen lässt und die Chlorproduktion auf 100% einstell
- Das ist auch der Grund warum man eine Salzanlage mit Reserven kauft!
(auch wenn wir nur 40m³ haben ist es besser eine leistungsfähigere Anlage mit bis 80m³ zu nehmen – genau um für diese Eventualitäten gewappnet zu sein – Grünes Wasser = Stosschlorung)
Die Zelle einer Salzanlage hält 4-5 Saisonen.. JE GERINGER die LEISTUNG und LAUFZEIT DESTO LÄNGER die LEBENSERWARTUNG!
Es kommt natürlich auch darauf an wie lange eine Pool Saison dauert und wie intensiv verwendet wurde.. zB. ein Electrode bei einem Hallenbad hat natürlich eine kürzere Lebenserwartung!
(dh. wenn ich eine unterdimensionierte Anlage kaufe.. so kostet diese am Anfang zwar mehr aber das eigentlich teure bei einer Salzanlage nämlich die Zelle hält wesentlich länger)
Ein Hinweis noch… JE ÄLTER DIE ZELLE DESTO MEHR SALZ IST FÜR DIE GLEICHE PRODUKTION ERFORDERLICH!
dh. bei 5 Jahren alten Zellen gibt man zB. 50kg Salz pro 10m³ hinzu um die gleiche Produktion zu erreichen!
Bei einer Sichtkontrolle einer alten Elektrode ist auch eine etwaige Abnutzung gut erkennbar.. und auch regelmässig reinigen nicht vergessen!
REDOX ??
Diese Begriff schwirrt gerne in Verbindung mit Salzanlagen durch das Internet. Mittels Sonde könnte man einen Redox Wert in mv Messen und so der Salzanlage sagen wann sie zu produzieren hat.. dh. sie würde also die Messung die man sonst mit Tabletten macht abnehmen.
Nur soviel dazu.. wir verkauften schon vor 5-10 Jahren Redox Regelungen in Verbindung mit Salzanlagen und tun dies schon seit Jahren aus gutem Grund nicht. Ganz einfach.. die REDOX Messung hat nur bei jedem 2ten Pool Kunden NICHT funktioniert. Das Poolwasser ist überall so unterschiedlich und abhängig von pH-Wert, Leitungswasser, Brunnenwasser, sonstigen Partikeln.. bei manchen Kunden hat das einfach nicht geklappt und auch die Hersteller konnten es nicht erklären. Wir sind der Meinung und die Erfahrung hat gezeigt – es klappt bei über 3000 Salzanlagen Kunden auch OHNE REDOX Regelung perfekt! Lesen sie oben die Hinweise zur korrekten Einstellung und sie werden viel Freude mit ihrem Pool haben.
Ich habe eine Leiter! Wie vermeide ich dass diese rostet?
Sie können bei uns eine Zinkplatte kaufen – das ist eine Opferanode die sie mit Schraube oder Kabelbinder an der letzten Stufe anbringen. Das Prinzip der Opferanode wird auch bei Schiffschrauben von Booten im Mehr angewandt. Die Zinkplatte berührt das Metall der Leiter und diese Zinkplatte OPFERT sich soquasi und die KORROSION greift auf die Zinkplatte. Dafür wird die Leiter nicht angegriffen. Die Zinkplatte bitte alle 1-2 Saisonen tauschen!
WINTER? Was tun?
Im Winter entleeren Sie die Leitungen und auch das Zellengehäuse komplett! Sie nehmen die Electrode – also das Innenleben der Zelle heraus und reinigen diese mit einer 5% Salzsäure Lösung .. für 10 minuten eintauchen.
Stromlos? Die Feinsicherung brennt immer durch?
Gerade bei älteren Salzanlagen ist es passiert, dass die Feinsicherung gleich oder nach 1 Tag im Betrieb durchbrennt!
Eine Feinsicherung kann man tauschen – sie finden die Angabe dazu in der Bedienungsanleitung. Bitte probieren sie zuerst die Feinsicherung zu tauschen.
Das Problem liegt aber meist am Trafo im inneren der Salzanlage..
Sie können einen neue Grundeinheit / Elektronik ohne Zelle für 360 EUR erwerben.
Water Flow? Fehler zum Wasserdurchfluss?
Sie erhalten die Fehlermeldung von der Salzanlage dass kein Wasserdurchfluss da ist?
Bitte prüfen sie ob in ihrer Zelle Luft ist.. ganz oben bei den Anschlüsse sitzt im Inneren der Durchflusswächter.
Wenn dort Luft ist, dann glaubt er dass kein Wasser da ist.. Verändern sie die Stellung vom Bypass und senden sie mehr Wasser durch, dass die Luft entweicht!
Prüfen sie ihr System auf Undichtigkeiten – wo die Luft im System herkommt.. Pumpendeckel, kleines Leck etc.
Zelle undicht? Es tropft !
Wenn es bei den Anschlüssen, dort wo sie die Reduktionen eingeklebt haben, tropft dann muss man leider das ganze Zellengehäuse tauschen.. das kann man leider nicht nachträglich eindichten.
Wenn es hinten aus der Verschraubung tropft, dann bitte den O-Ring prüfen, mit Fettcreme einfetten und ggf. wechseln damit dieser wieder gut sitzt – dann ist es wieder dicht.
Stromschlag? mich stromt es.. es kribbelt im Wasser.
Wenn die Salzanlage läuft und sie gehen ins Wasser, dann spüren sie ein leichtes Kribbeln als würde Strom fliessen. Das kann sich kein Hersteller logisch erklären.
Die Lösung ist..
Abhilfe schafft da eine Erdung – Erdungskit – also eine Abohrschelle wo sie den Pool erden können.
Dann ist auch dieses Pähnomen weg!































Hallo Torsten,
erst einmal zu Deinem Artikel. Die Sammlung der Fragen und Antworten ist echt Spitze. Das bringt richtig Licht ins Dunkel. Vielen Dank.
Ich habe auch noch eine Frage und würde mich freuen, wenn Du mir helfen kannst.
Ich habe eine AstralPool Elite Connect. Das ist eine Idegis DOMOTIC 2, denke ich jedenfalls.
Müssen die Sensoren PH und ORP unbedingt vor die Elektrolysezelle oder können diese auch nach der Elektrolysezelle eingebaut werden. Bei mir fließt das Poolwasser erst durch die Elektrolysezelle und danach durch die Durchflusskammer mit den Sensoren.
Ich bin mir nicht sicher, ob das so OK ist.
Vielen Dank schon mal
Danke Jörg
Guten Morgen,
vielen Dank.
Zu Deiner Frage: die Sensoren sollten vor der Elektrolysezelle sitzen.
Hallo Jörg,
erst einmal vielen Dank für dein Lob, das freut mich wirklich sehr. Genau für solche Fragen ist die Sammlung gedacht, weil bei diesen Anlagen leider vieles nicht auf den ersten Blick eindeutig ist.
Zu deiner Frage:
Ja, die AstralPool Elite Connect ist technisch sehr nah an der Idegis / AstralPool DOMOTIC-Serie beziehungsweise basiert nach meinem Verständnis auf dieser Gerätefamilie. Ich würde sie daher bei der Einbaulogik der Sensoren auch entsprechend betrachten.
Grundsätzlich gilt:
Die pH- und ORP-Sensoren sollten idealerweise vor der Elektrolysezelle beziehungsweise in einer separaten Messstrecke sitzen, in der möglichst unverfälschtes Poolwasser gemessen wird.
Der Grund ist relativ einfach:
Direkt nach der Elektrolysezelle ist das Wasser nicht mehr „normal gemischtes Beckenwasser“. In der Zelle findet gerade die Chlorproduktion statt. Dort entstehen lokal sehr hohe Konzentrationen an aktivem Chlor, außerdem Gasblasen und je nach Betriebszustand auch veränderte pH-/Redox-Verhältnisse. Das Wasser unmittelbar hinter der Zelle kann deshalb andere Werte haben als das Wasser im eigentlichen Becken.
Das betrifft vor allem den ORP-/Redox-Sensor. Der ORP-Wert reagiert sehr empfindlich auf frisch erzeugtes Chlor. Wenn der Sensor direkt nach der Zelle sitzt, kann er einen zu hohen oder schwankenden Redoxwert sehen, obwohl der tatsächliche Beckenwert niedriger oder stabiler ist.
Auch der pH-Sensor kann beeinflusst werden, weil in der Zelle lokale chemische Veränderungen stattfinden und zusätzlich Gasblasen entstehen können. Luftblasen an der Sensorspitze sind generell schlecht, weil die Sonde dann nicht sauber im Wasser misst.
Kurz gesagt:
Messen sollte man möglichst das Wasser, das aus dem Becken kommt — nicht das Wasser, das gerade frisch aus der Elektrolysezelle kommt.
Die bessere Reihenfolge wäre daher in der Praxis meist:
Filteranlage → ggf. Heizung/Wärmepumpe → Messstrecke mit pH/ORP-Sensoren → Elektrolysezelle → Rücklauf zum Pool
Oder, noch sauberer:
Eine kleine Bypass-/Durchflusskammer für die Sensoren, die vor der Elektrolysezelle Wasser entnimmt und danach wieder zurückführt. Wichtig ist dabei nur, dass die Sensoren dauerhaft und gleichmäßig durchströmt werden.
Dein aktueller Aufbau:
Filter / Leitung → Elektrolysezelle → Durchflusskammer mit pH/ORP-Sensoren
ist aus meiner Sicht nicht optimal.
Ob er „gar nicht geht“, hängt davon ab, wie weit die Sensoren hinter der Zelle sitzen, wie stark die Durchmischung ist und ob die Zelle während der Messung aktiv produziert. Wenn die Messkammer direkt nach der Zelle kommt, würde ich die Werte kritisch betrachten. Dann misst der ORP-Sensor sehr wahrscheinlich eher das frisch chlorierte Wasser aus der Zelle und nicht den echten Beckenwert.
Typische Anzeichen dafür wären:
ORP-Wert springt stark, sobald die Elektrolyse startet
ORP-Wert ist ungewöhnlich hoch
Anlage regelt zu früh herunter
Chlorwert im Becken passt nicht zum angezeigten ORP-Wert
pH-Wert schwankt stärker als erwartet
Sensoren brauchen sehr lange, bis sie stabile Werte anzeigen
Werte ändern sich deutlich, wenn die Elektrolyse ausgeschaltet ist
Ich würde an deiner Stelle einmal folgenden Test machen:
Elektrolyse ausschalten, Filterpumpe aber weiterlaufen lassen.
Einige Zeit warten, damit nur normales Poolwasser an den Sensoren vorbeiläuft.
pH- und ORP-Werte beobachten.
Danach Elektrolyse wieder einschalten.
Prüfen, ob der ORP-Wert direkt deutlich ansteigt oder stark schwankt.
Wenn der ORP-Wert nach dem Einschalten der Elektrolyse sofort stark reagiert, ist das ein sehr guter Hinweis, dass die Sensoren durch die Position hinter der Zelle beeinflusst werden.
Zusätzlich würde ich prüfen:
Sitzen die Sensoren wirklich dauerhaft im Wasser?
Gibt es Luftblasen in der Durchflusskammer?
Ist die Durchflusskammer richtig herum angeschlossen?
Ist genug, aber nicht zu starker Durchfluss vorhanden?
Sind die Sensoren möglichst senkrecht eingebaut?
Wurde pH korrekt mit pH 7 und pH 4 kalibriert?
Wurde ORP mit passender Redox-Kalibrierlösung geprüft?
Sind die Sensoren noch frisch genug oder eventuell schon gealtert?
Mein persönliches Fazit:
Wenn du die Möglichkeit hast, würde ich die Messkammer vor die Elektrolysezelle setzen. Das ist aus meiner Sicht die sauberere und fachlich bessere Lösung. Dann messen pH und ORP das tatsächliche Beckenwasser und nicht das chemisch gerade veränderte Wasser direkt nach der Chlorproduktion.
Wenn der Umbau aufwendig ist und deine Werte aktuell stabil und plausibel sind, kann man den Ist-Zustand zunächst beobachten. Ideal ist er aber nicht. Besonders beim ORP-Wert würde ich einer Messung direkt hinter der Zelle nicht blind vertrauen.
Wichtig ist auch: Die Dosierstelle für pH-Minus sollte nicht vor den Sensoren sitzen, sondern nach der Messung beziehungsweise so, dass die Sensoren nicht direkt mit frisch dosierter Säure angeströmt werden. Sonst misst die Anlage ebenfalls verfälschte Werte.
Kurz gesagt:
Ja, die Sensoren sollten besser vor die Elektrolysezelle. Nach der Elektrolysezelle ist nicht optimal, weil dort frisch erzeugtes Chlor, Gasblasen und lokale chemische Veränderungen die pH-/ORP-Messung beeinflussen können.
Diese Frage wurde mir zugestellt und ich möchte sie mit Euch teilen:
Hola, mein Salzpool mit geschlossener Haube wurde gestern mit dem von BAYROL SALT QUICKTEST Teststreifen 2x getestet. Das Ergebnis war im gelben Bereich 7,8 entspricht 5,3 g/L.Warum bekomme ich jetzt die Information Salzalarm, 1,4 g/L und bei 29 Grad Wasser-Temperatur?Die Poolstation hat schon seit vielen Wochen kein Salzgehalt angezeigt.Warum?
Page Title: Pooltechnik: Bedienung Salt Manager
Page URL: https://bautagebuch-mv.com/pooltechnik-bedienung-salt-manager/
danke für deine ausführliche Rückmeldung. Das Verhalten klingt auf den ersten Blick widersprüchlich, ist aber bei Salzelektrolyseanlagen nicht ungewöhnlich.
Wenn du mit dem BAYROL SALT QUICKTEST zweimal gemessen hast und beide Messungen im gelben Bereich bei ca. 7,8 / 5,3 g/L lagen, würde ich zunächst auf keinen Fall direkt Salz nachfüllen. Der gemessene Wert mit dem Teststreifen und die Meldung der Poolstation mit Salzalarm / 1,4 g/L passen so nicht sauber zusammen.
Wichtig ist: Die Poolstation beziehungsweise der Salt Manager misst den Salzgehalt normalerweise nicht wie ein klassischer Teststreifen direkt im Beckenwasser. Die Anlage bewertet den Salzgehalt über die Leitfähigkeit des Wassers, die Wassertemperatur und den Zustand der Elektrolysezelle. Daraus wird dann ein Salzgehalt errechnet beziehungsweise bewertet.
Gerade bei 29 °C Wassertemperatur verändert sich die Leitfähigkeit deutlich. Wenn zusätzlich die Zelle verschmutzt ist, Luft in der Zelle steht, der Durchfluss nicht stimmt oder die Zellanschlüsse nicht sauber sind, kann die Anlage einen völlig anderen Salzgehalt anzeigen als der Teststreifen.
Dass die Poolstation schon seit mehreren Wochen keinen Salzgehalt mehr angezeigt hat, ist ebenfalls ein wichtiger Hinweis. Das spricht eher nicht für plötzlich fehlendes Salz im Pool, sondern eher für ein Problem bei der Messung, bei der Elektrolysezelle, beim Durchfluss oder bei der Übertragung des Wertes an die Poolstation.
Ich würde daher Schritt für Schritt wie folgt prüfen:
1. Bitte vorerst kein Salz nachfüllen
Wenn der Teststreifen wirklich ca. 5,3 g/L bestätigt, wäre weiteres Salz erst einmal riskant. Sollte der echte Salzgehalt bereits hoch genug oder sogar zu hoch sein, würde zusätzliches Salz das Problem nicht lösen, sondern eher verschärfen.
2. Salzgehalt nochmals sauber gegenprüfen
Am besten noch einmal mit einer frischen Wasserprobe testen:
Wasser aus ca. 30 cm Tiefe entnehmen
nicht direkt am Skimmer messen
nicht direkt am Einlauf messen
nicht unmittelbar an der Elektrolysezelle messen
Teststreifen exakt nach Anleitung eintauchen und ablesen
möglichst mit einem zweiten Teststreifen oder einem digitalen Salz-/Leitwertmessgerät gegenprüfen
Teststreifen sind gut für eine schnelle Kontrolle, aber wenn die Anlage einen komplett anderen Wert meldet, wäre eine zweite unabhängige Messung sinnvoll.
3. Elektrolysezelle kontrollieren
Die Zelle ist bei solchen Fehlern einer der ersten Verdächtigen. Bitte prüfen:
Sind Kalkablagerungen auf den Platten sichtbar?
Sind weiße oder graue Beläge vorhanden?
Sind Schmutz, Flockmittelreste oder Biofilm zu sehen?
Stehen Luftblasen in der Zelle?
Wird die Zelle vollständig und gleichmäßig durchströmt?
Ist die Zelle richtig herum eingebaut?
Ist die Zelle eventuell trocken gelaufen oder teilweise nicht mit Wasser gefüllt?
Wenn die Zelle verschmutzt oder verkalkt ist, kann die Leitfähigkeit an der Zelle falsch bewertet werden. Dann meldet die Anlage unter Umständen „zu wenig Salz“, obwohl im Becken genug Salz vorhanden ist.
4. Durchfluss und Bypass prüfen
Auch der Durchfluss ist entscheidend. Wenn zu wenig Wasser durch die Zelle läuft, kann die Messung ebenfalls unplausibel werden.
Bitte prüfen:
Läuft die Filterpumpe stabil?
Ist der Filter sauber?
Ist der Vorfilter der Pumpe sauber?
Sind alle Kugelhähne korrekt geöffnet?
Ist der Bypass zur Elektrolysezelle nicht zu weit zugedreht?
Kommt sichtbar genug Wasser durch die Zelle?
Gibt es Luft im System?
Ein zu geringer Durchfluss kann dazu führen, dass die Anlage nicht sauber misst oder in Alarm geht.
5. Zellkabel und Anschlüsse prüfen
Bei Salt-Manager- beziehungsweise Salzelektrolyseanlagen sind die Zellanschlüsse sehr wichtig. Lose, oxidierte oder falsch angeschlossene Kabel können genau solche Fehler erzeugen.
Bitte prüfen:
Sitzen alle Kabel fest an der Zelle?
Sind die Muttern richtig angezogen?
Gibt es Korrosion an den Kontakten?
Sind Kabel vertauscht?
Sind Kabel beschädigt oder geknickt?
Sind die Anschlüsse trocken und sauber?
Gerade wenn die Anlage „Low Salt“, „Test Salt“ oder Salzalarm meldet, obwohl der echte Salzgehalt plausibel ist, sollte man die Zellverkabelung sehr genau kontrollieren.
6. Temperaturwert prüfen
Die Anlage meldet bei dir 29 °C. Dieser Wert sollte ebenfalls plausibel sein.
Wenn der Temperaturfühler falsche Werte liefert, kann auch die Salz-/Leitwertbewertung falsch werden. Bitte vergleichen:
Zeigt ein separates Poolthermometer ebenfalls ca. 29 °C?
Ist der Temperaturwert stabil?
Springt der Wert?
Wird die Temperatur auch an der Poolstation korrekt angezeigt?
Wenn die Temperaturmessung nicht stimmt, kann die daraus berechnete Salzbewertung ebenfalls danebenliegen.
7. Direkt am Salt Manager prüfen, nicht nur an der Poolstation
Da die Poolstation seit Wochen keinen Salzgehalt angezeigt hat, wäre wichtig zu unterscheiden:
Zeigt der Salt Manager selbst einen Salz-/Leitwert an?
Oder fehlt der Wert nur in der Poolstation?
Wird am Salt Manager ein Alarm angezeigt?
Wird dort Durchfluss erkannt?
Wird Produktion angezeigt?
Gibt es Meldungen wie Low Salt, Test Salt, Flow, Cell oder ähnliches?
Wenn der Salt Manager selbst keinen sinnvollen Wert liefert, liegt das Problem eher an Zelle, Sensorik, Durchfluss oder Gerät.
Wenn der Salt Manager korrekt misst, aber die Poolstation nichts anzeigt, liegt das Problem eher in der Kommunikation oder Übertragung zur Poolstation.
8. Geschlossene Haube und hohe Temperatur beachten
Bei geschlossener Haube steigt die Wassertemperatur schnell. Das beeinflusst die Wasserchemie und die Leitfähigkeit. Die Haube selbst verursacht zwar keinen falschen Salzgehalt, aber hohe Temperaturen können die Messung empfindlicher machen und bestehende Probleme an Zelle oder Durchfluss deutlicher sichtbar machen.
Meine Einschätzung
Wenn der BAYROL-Test wirklich zweimal ca. 5,3 g/L bestätigt hat, dann klingt die Anzeige 1,4 g/L Salzalarm nicht nach einem echten Salzmangel im Becken. Viel wahrscheinlicher ist ein Messproblem oder ein Betriebsproblem der Salzelektrolyseanlage.
Die wahrscheinlichsten Ursachen wären:
Elektrolysezelle verschmutzt oder verkalkt
zu wenig Durchfluss durch die Zelle
Luft in der Zelle
Zellkabel lose, oxidiert oder falsch angeschlossen
Temperatur-/Leitwertmessung unplausibel
Kommunikationsproblem zwischen Salt Manager und Poolstation
Zelle altersbedingt schwach oder defekt
Ich würde daher zuerst Zelle, Durchfluss, Anschlüsse und Gegenmessung prüfen, bevor Salz nachgefüllt wird.
Kurz gesagt:
Der Pool hat vermutlich nicht plötzlich nur 1,4 g/L Salz, wenn der Teststreifen zweimal etwa 5,3 g/L zeigt. Die Meldung ist sehr wahrscheinlich ein Hinweis darauf, dass die Anlage den Salzgehalt aktuell nicht korrekt erfassen kann.